Header klein

"Brennt Essen im Topf", 3x in einer Woche

Logo F

"Piept Rauchmelder, riecht nach verbranntem Essen, ev. Personen in Wohnung"

So die Meldung von Anrufern, die durch das Piepen von gesetzlich verordneten Rauchmeldern auf ein Feuer aufmerksam wurden. Diese Woche allein 3x! Und zwei Mal mußte sich die Feuerwehr gewaltsam Zutritt zur Wohnung verschaffen. Einmal dabei sogar über eine angestellte Leiter und über den Balkon, weil die anwesenden Personen nicht öffneten. Grund dafür waren, dass die Personen in den Wohnungen eingeschlafen waren, nachdem sie ihr Essen auf den Herd stellten und offensichtlich nicht im Vollbesitz ihrer Handlungsfähigkeit waren. Zweimal leisteten sie dabei, erschreckt, dass plötzlich Feuerwehrleute mit Atemschutz vor ihnen standen, leichten Widerstand bei ihrer Rettung aus der verrauchten Wohnung. Die Polizei mußte dabei die Personen zurechtweisen.

Für uns Feuerwehrleute eine nicht unkomplizierte Sache, muss bei Feststellung, dass die Wohnung nicht freiwillig geöffnet wird, überlegt werden, wie man möglichst schnell in die Wohnung gelangt. Dies bedeutet eine umfassende Erkundung rund um ein Wohngebäude, ob es eine Möglichkeit gibt über ein geöffnetes Fenster oder Balkon einzudringen oder ob eine Haustür gewaltsam, mit zum Teil starker Beschädigung der Tür, geöffnet werden muss.

Daher ist jede Information von Nachbarn wichtig:

  • Wurde Feuer und Rauch bemerkt?   Wo?
  • Sind Leute in der Wohnung?   Wieviele?
  • Wo gibt es Zugänge?   Gibt es Schlüssel dazu?

Es ist eine große Hilfe für die Feuerwehr, wenn sich Nachbarn mit diesen Informationen und ev. Schlüsseln für alle möglichen Zugängen bereithalten.

Auch ist es absolut wichtig, dass Nachbarn die Feuerwehr an der Straße in Empfang nehmen und einweisen. Bei vielen Wohnanlagen sind die Zufahrt und Zugänge zu Eingängen mittlerweile sehr unübersichtlich geworden. Wir benötigen unbedingt die Hilfe der Bevölkerung!

Und wenn wir als Feuerwehrleute dann in der Wohnung sind, gilt als allererste Maßnahme die Suche nach Personen. Bei "Essen im Topf" sucht einer der beiden Atemschutzgeräteträger nach einer Person, der Zweite sichert die Küche mit dem Brandgut und sucht dann ebenfalls nach Personen. Bei schlafenden Personen kommt es dann durch die Überraschung des Schlafenden zu unkontrollierten Handlungen von Solchen, bis hin zum Angriff auf Feuerwehrleute. In der Regel kann so eine Sache dann aber schnell mit Unterstützung der Polizei geklärt werden. Ist ja auch verständlich, wenn plötzlich zwei schnaufende Wesen neben einem stehen und an einem rumzerren.

Auf jeden Fall kann man in allen 3 Fällen wieder sagen: "Rauchmelder retten Leben!". Und dazu gehören natürlich auch aufmerksame Nachbarn. Scheuen Sie sich also nicht die Feuerwehr zu rufen, wenn Sie einen Rauchmelder über mehrere Minuten piepen hören, wir klären das dann für Sie. Und Sie können uns mit den oben genannten Informationen dabei helfen.

Und noch eine Empfehlung: Wenn Sie sich Essen auf dem Herd machen, bleiben Sie dabei stehen, verlassen Sie nicht die Küche um Fernzusehen oder sich Auszuruhen. Es könnte tödlich enden!

Ihre Feuerwehr

Text: Edgar K, FF Schnelsen